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HOYA/DGII-Wissenschaftspreis

Der Wissenschaftspreis würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen eines deutschsprachigen Wissenschaftlers. Er wurde erstmals während des 23. Kongresses der DGII in München im Jahr 2009 verliehen.

Preisträger

- Prof. Dr. Hiroko Bissen-Miyajiwa (2017)

- Prof. Dr. Günther Grabner (2016)

- Prof. Dr. Gernot I. W. Duncker (2015)

- Prof. Dr. Rudy M.M.A. Nuijts (2014)

- Prof. Dr. D. T. Pham, Berlin (2013)

- Prof. Dr. Thomas Neuhann (2012)

- Prof. Dr. Rupert M. Menapace (2011)

- Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Theo Seiler (2010)

- Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Diplom-Physiker Wolfgang Haigis (2009)

 


Preisträger 2016:
em. Primarius Prof. Dr. med. Günther Grabner

Laudatio
Prof. Dr. G.U. Auffarth
Präsident der DGII

 

Die DGII ehrt Herrn em. Primarius Prof. Dr. med. Günther Grabner mit dem DGII/Hoya Wissenschaftspreis für seine jahrzehntelange Forschung, seine Publikationen und Arbeiten im Bereich der kurativen und refraktiven Hornhautchirurgie, der Intraokularlinsenchirurgie und seiner Beiträge zur Lasertechnologie.
Er war/ist als Vortragender und Kursleiter zusammen mit seinen Mitarbeitern aus der Salzburger Universitäts-Augenklinik über viele Jahre der DGII verbunden.


Zur Vita von Herrn em. Primarius Prof. Dr. med. Günther Grabner:
Prof. Dr. med. Günther Grabner wurde in Senftenberg/Krems, Österreich, geboren. Er studierte Medizin an der Universität Wien. An der 2. Universitäts-Augenklinik Wien erfolgte unter H. Slezak die Facharztausbildung bis 1981.
Von Mai 1981 bis April 1982 war er Research Fellow an der Francis I. Proctor Foundation for Research in Ophthalmology, UCSF, San Francisco (Vorsteher: Prof. Dr. Richard OʼConnor). Ab Mai 1982 war er dann Oberarzt der 2. Universitäts-Augenklinik Wien.


Klinische Tätigkeit


1975 bis 1992
– Ab 1976 bis 1992 Aufbau/Leitung des Immunologischen Labors der Klinik
– Ab 1979 bis 1992 Aufbau/Leitung der Hornhautbank der Klinik
(1. HH-Bank Österreichs)
– Ab 1982 Leitung der „Ambulanz für Erkrankungen des vorderen Abschnittes“ und Aufbau der Hornhaut-Ambulanz
   und der Uveitis-Ambulanz der Klinik
– Ab 1985 bis 1992 Aufbau und Leitung der „Ambulanz für Refraktive Hornhautchirurgie“
– 1985 Einführung der „Epikeratophakie“ zur Korrektur der hohen Myopie, Hyperopie, Aphakie und des Keratokonus

1993 bis 2015
– 1993 Bestellung zum Vorstand der Univ.-Klinik für Augenheilkunde und Optometrie der Landeskliniken Salzburg,
   Paracelsus Medizinische Privatuniversität
– Komplettsanierung der Klinik (1993 bis 2000), Einrichtung von 13 Spezialambulanzen, Aufbau der Hornhautbank
   Salzburg, der Glaukom-Vorsorge Salzburg und des experimentellen Fuchs-Forschungslabors der Klinik sowie des
   Salzburger Ophthalmochirurgischen Trainingslabors


Wissenschaftliche Publikationen
– >ca. 300 Publikationen
Ausgewählte Ehrungen
– 2009 bis 2011 Präsident der ÖOG
– 2012 Barraquer Preis/Lecture der AAO/ISRS
– 2014 Ridley Medaille/Lecture der ESCRS


Spezialgebiete und Interessen
Refraktive Operationstechniken (KAMRA, INTACS, Verisyse-IOL), Linsenchirurgie (multifokale, torische, akkommodierende Linsen), Fs-LASIK und Fs-Laser-Kataraktchirurgie, rekonstruktive Hornhautchirurgie, Keratoprothesen (OOKP, BostonKpro), Glaukomvorsorge und spezielle Operationstechniken, experimentelle Ophthalmologie und Epidemiologie, Salzburg Reading Desk.


Die Laudatio kann nur stichwortartig die Verdienste von Prof. Grabner würdigen.
Im Namen des Vorstandes der DGII gratuliere ich ihm herzlichst zu dem Wissenschaftspreis.


Preisträger 2015:
Prof. Dr. med. Gernot I. W. Duncker

Laudatio
Prof. Dr. G. U. Auffarth
Präsident der DGII

Der von der Firma Hoya gespendete, mit 5.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis der DGII geht in diesem Jahr an
Prof. Dr. med. Gernot Duncker aus Halle an der Saale.

Herr Duncker wurde in Berlin geboren, er studierte Medizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und begann dann seine Ausbildung zum Augenarzt an der Universitäts-Augenklinik ebendort. An die Facharztausbildung schlossen
sich die Oberarzttätigkeit und schließlich die Habilitation an. Dort baute er die Kornea-Bank Kiel auf, leitete sie und förderte auf diese Weise die Spezialisierung im Bereich der Transplantationschirurgie und der refraktiven Chirurgie in Kiel. Es erfolgten dort auch die Ernennung zum Leitenden Oberarzt und stellvertretenden Direktor der Klinik für Ophthalmologie der Universität Kiel.

Herr Duncker war von 1994 bis 1998 Sekretär der DGII; 1997 wurde er zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg berufen und ernannt. 1998 richtete er den 12. Kongress der DGII in Halle als Tagungspräsident aus. 2006 bis 2007 war er Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Er ist langjähriger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Hornhautbanken und seit 2001 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Seit 2011 arbeitet er in der Niederlassung am Standort Halle am Aufbau und an der Etablierung des Instituts für Augenheilkunde.

Die DGII ehrt Herrn Prof. Duncker mit dem Hoya/DGII-Wissenschaftspreis für seine jahrzehntelange Forschung, seine Publikationen und Arbeiten im Bereich der refraktiven Hornhautchirurgie, der Transplantationschirurgie der Hornhaut und für seine Beiträge zum Hornhaut-Banking. Er war sowohl als Vorstandsmitglied und Sekretär als auch als Vortragender und Kursleiter über viele Jahre der DGII verbunden.


Der Vorstand der DGII beglückwünscht hiermit nochmals herzlich Herrn Prof. Duncker für seine Leistungen zu dieser Auszeichnung.


Preisträger 2014:
Prof. Dr. med. Rudy M. M. A. Nuijts

Laudatio
Prof. Dr. G. U. Auffarth
Präsident der DGII

Die DGII verleiht auf ihrer jährlichen Tagung einen Wissenschaftspreis an eine herausragende Persönlichkeit, die im Bereich der Katarakt- oder refraktiven interventionellen Chirurgie in den letzten Jahren Hervorragendes geleistet hat und dies auch auf Tagungen der DGII vorgetragen bzw. publiziert hat.

Der Preis wird seit diesem Jahr unterstützt von der Firma Hoya, daher wird er zukünftig Hoya/DGII-Wissenschaftspreis genannt.

Im Jahr 2014 geht dieser Preis an Prof. Dr. Rudy M. M. A. Nuijts von der Universitäts-Augenklinik Maastricht in den Niederlanden.

Herr Rudy M. M. A. Nuijts ist Professor der Augenheilkunde und stellvertretender Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Maastricht. Er ist Direktor der Kornea-Klinik mit dem Center für Refraktive Chirurgie. Des Weiteren ist er Präsident der Netherlands Intraocular Implant Society (NIOIS), Schatzmeister der niederländischen
Cornea Society, auch Schatzmeister der European Society for Cataract and Refractive Surgery.

An seiner Weiterbildung ist insbesondere interessant, dass er als Forschungsassistent am Emmory Eye Center in Atlanta bei Prof. H. F. Edelhauser 1989 und 1993 tätig war. Er beschäftigte sich insbesondere mit der Ätiologie der toxischen Endothelzelldestruktion nach Kataraktchirurgie, auch TASS (Toxic Anterior Segment Syndrome) genannt.

Sein Forschungsinteresse ist vor allem im Bereich der Hornhautchirurgie ausgeprägt und beispielhaft. Des Weiteren hat er sehr innovative Arbeiten im Bereich der Katarakt- und refraktiven Chirurgie veröffentlich.

Er hat über 120 Publikationen in Peer Review Journals auf den Weg gebracht und über 300 eingeladene Vorträge gehalten. Seit mehreren Jahren ist er regelmäßig auf der DGII, hier insbesondere in den Kornea- und Kataraktsitzungen aktiv.

Es ist mir eine persönliche Freude, diesen Preis in diesem Jahr an Herrn Prof. Dr. Rudy M. M. A. Nuijts persönlich übergeben zu können. Aufgrund der Unterstützung der Firma Hoya ist diese Auszeichnung mit einem Preisgeld von 5.000 Euro verbunden.

Der Vorstand der DGII beglückwünscht hiermit nochmals herzlich Herrn Nujits für
seine Leistungen zu dieser Auszeichnung.

 


Preisträger 2013:
Prof. Dr. med. D. T. Pham

Laudatio
Prof. Dr. G. U. Auffarth
Präsident der DGII

Der Wissenschaftspreis der DGII 2013 geht an Prof. Dr. med. D. T. Pham, Augenklinik des Vivantes-Klinikums in Berlin. Mit diesem Preis ehrt die DGII das Lebenswerk von einem sehr engagierten und der DGII seit Langem verbundenen Wissenschaftler und Arzt. Herr Prof. Pham studierte 1977 in Berlin Medizin, machte dort auch seinen Facharzt für Augenheilkunde und ist seit 1986 Mitglied der DGII. 1989 erfolgte die Habilitation an der Freien Universität Berlin am Virchow-Krankenhaus unter Prof. Dr. Wollensak. Im Jahr 1993 erhielt er dort eine apl. Professur, 1997 wurde er Chefarzt der Augenklinik im Vivantes-Klinikum Neukölln in Berlin.

Während seiner gesamten Mitgliedszeit der DGII war er auf allen Kongressen aktiv tätig, hat eine Vielzahl von Vorträgen gehalten und war aktiv in die Berufspolitik der Gesellschaft eingebunden.

Seine Forschungsschwerpunkte und Projekte umschlossen vor allem die Mikrochirurgie der Linse und die Implantationschirurgie – hierbei insbesondere kleinschnittchirurgische Techniken und Astigmatismuskorrektur. Weiterhin war er extrem engagiert im Bereich der Multifokallinsentechnologie und der refraktiven Chirurgie. Crosslinking und HH-Chirurgie runden sein wissenschaftliches Schaffen ab, ca. 150 Publikationen entstammen seiner Feder.

2004 kam er in den Vorstand der DGII, direkt als Präsident. Diese Präsidentschaft hielt er bis 2008 inne, von 2008 bis 2011 war er turnusgemäß der Vizepräsident der DGII, das heißt, acht Jahre hat er in einer führenden Position die Geschicke unserer Gesellschaft geführt und geleitet. Er hat der DGII ein frisches modernes Image gegeben, hin zu einer Gesellschaft, die sich mit allen wichtigen Themen im Katarakt und refraktiven Bereich ausgiebig beschäftigt.
Er verstand es, am Anfang des Jahres auf dem Kongress der DGII jeweils die aktuellsten Themen, die das weitere Jahr bestimmen, vorzustellen.

Durch seine ruhige und verbindliche moderate Art konnte er immer einen Konsens im Vorstand erreichen. Dadurch konnte die DGII kontinuierlich seine wirtschaftliche Situation konsolidieren und sich wissenschaftlich weiter darstellen.

Lieber Prof. Pham, ich freue mich, Ihnen den DGII-Wissenschaftspreis 2013, der übrigens mit 1.000 € dotiert ist, verleihen zu dürfen. Alles Gute, herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg.


Preisträger 2012:
Prof. Dr. med. Thomas Neuhann

Laudatio
Prof. Dr. T. Kohnen
Präsident der DGII

Prof. Neuhann absolvierte sein Medizinstudium in München und Lausanne. Nach einem Jahr Assistenzarzt in
der Inneren Medizin machte er die Facharztausbildung an der Universitäts-Augenklinik in Heidelberg und
Assistenzarzt- und Oberarztzeiten an der Universitäts-Augenklinik in Mainz.

Im Jahr 1982 habilitierte sich Prof. Neuhann für das Fach Augenheilkunde und ist seit 1982 niedergelassener
Augenarzt in München sowie Leiter der belegärztlichen Augenabteilung am Rotkreuz-Klinikum München. 1987
war er Mitbegründer des Jahrestages der Deutschen Ophthalmochirurgen, den wir heute als DOC Kongress alle
kennen. Ein Jahr später, 1988, wurde Prof. Neuhann zum außerplanmäßigen Professor für Augenheilkunde an
der Universität Mainz berufen. 1991 gründete er die Hornhautbank in München und 1996 folgte die Gründung
der alz augenklinik münchen®.

Im Jahr 1997 wurde Prof. Neuhann zum außerplanmäßigen Professor an der Medizinischen
Fakultät der Technischen Universität München ernannt.

 
 

Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte umfassen die Hornhautchirurgie, insbesondere refraktive Hornhautchirurgie, Chirurgie der vorderen Augenabschnitte und Physiologische Optik.

Darüberhinaus ist und war Herr Neuhann in vielen Gremien und Gesellschaften tätig:

1997               
Gründungsmitglied des Verbandes der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und  Refraktive Chirurgie e. V. (VSDAR) und in den Jahren 2006-2007 ihr Präsident

1998 - 2000    
Präsident der European Society of Cataract and Refractive Surgery (ESCRS)

Seit 2002       
Mitglied der Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA) und der Deutschen  Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). In den Jahren 2002-2010 war er ihr 1. Vorsitzender und ist seither 2. Vorsitzender.

Die internationalen Ehrungen und Auszeichnungen von Herrn Professor Neuhann sind zahlreich, um nur einige hier zu nennen:

1992   
Montgomery-Lecture, Royal College of Surgeons, Dublin

1993   
Choyce-Medal and Lecture, United Kingdom Intraocular Implant Society

1997   
Ridley-Medal and Lecture, European Society of Cataract and Refractive Surgery

1999 
  
"Pioneer of refractive surgery", USA

2004 
  
Kritzinger Award der International Society of Refractive Surgery ISRS

2006  
 
Worst Medal and lecture, IIIC

2005   
"Top 50 Opinion Leader" auf dem Gebiet der Katarakt- und refrakt. Chirurgie, USA

2005   
Focus Ärzteliste seit Bestehen

Lieber Herr Neuhann, lieber Thomas, ich freue mich, Dir heute den DGII-Wissenschaftspreis,  der übrigens mit 1.000 € dotiert ist, verleihen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg.


Laudatio [PDF, 25 KB] 


Preisträger 2011:
Prof. Dr. Rupert M. Menapace

Laudatio
Prof. Dr. T. Kohnen
Präsident der DGII

Der Wissenschaftspreis der DGII würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen eines deutschsprachigen
Wissenschaftlers. Er wurde erstmals während des 23. Kongresses der DGII in München im Jahr 2009 verliehen.

Schon an der Promotion "sub auspiciis praesidentis" merken Sie, dass unser diesjähriger Preisträger aus dem
Heimatland des diesjährigen Tagungspräsidenten Österreich, Herrn Prof. Amon, kommt. Rupert Menapace wurde
1955 geboren und trat im Jahr 1981 als Assistenzarzt in die Universitätsaugenklinik am Allgemeinen Krankenhaus
in Wien (AKH) ein, wo er, ergänzt durch zahlreiche Aufenthalte an führenden Kliniken im europäischen und
US-amerikanischen Ausland, seine Ausbildung zum Facharzt mit Schwerpunkt Mikrochirurgie absolvierte und wo
er seit 1988 als Oberarzt tätig ist. 1990 wurde ihm mit der Habilitationsschrift Indikation, Technik und Ergebnisse
der hochdosierten Kontaktbestrahlung von Aderhautmelanomen mittels Ruthenium-106 Applikatoren" die
Venia docendi, 1995 die Professur für Augenheilkunde verliehen.

Der Wissenschaftspreis der DGII würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen eines deutschsprachigen Wissenschaftlers. Er wurde erstmals während des 23. Kongresses der DGII in München im Jahr 2009 verliehen.

Schon an der Promotion "sub auspiciis praesidentis" merken Sie, dass unser diesjähriger Preisträger aus dem Heimatland des diesjährigen Tagungspräsidenten Österreich, Herrn Prof. Amon, kommt. Rupert Menapace wurde 1955 geboren und trat im Jahr 1981 als Assistenzarzt in die Universitätsaugenklinik am Allgemeinen Krankenhaus in Wien (AKH) ein, wo er, ergänzt durch zahlreiche Aufenthalte an führenden Kliniken im europäischen und US-amerikanischen Ausland, seine Ausbildung zum Facharzt mit Schwerpunkt Mikrochirurgie absolvierte und wo er seit 1988 als Oberarzt tätig ist. 1990 wurde ihm mit der Habilitationsschrift Indikation, Technik und Ergebnisse der hochdosierten Kontaktbestrahlung von Aderhautmelanomen mittels Ruthenium-106 Applikatoren" die Venia docendi, 1995 die Professur für Augenheilkunde verliehen.

Sein Hauptaugenmerk galt von Beginn an der Miniaturisierung und Optimierung der Kataraktchirurgie: Bereits 1987 führt er die Implantation von Faltlinsen, 1989 und 1991 die nahtlose Kleinschnittchirurgie und Tropfanästhesie in seine Routine ein. Ein weiterer chirurgischer Schwerpunkt waren kombinierte Kleinschnitttechniken bei Glaukomen und Hornhauttrübungen.

1991 gründete er die Spezialambulanz und Arbeitsgruppe für Kunstlinsenimplantation, die sich unter seiner Leitung zu einem international renommierten Kompetenzzentrum für moderne Kataraktchirurgie entwickelte. Zahlreiche Studien galten dem Einfluss der Größe und Gestalt von Inzisionen auf deren Deformationsstabilität und auf die Hornhauttopografie. Des Weiteren befasste sich Rupert Menapace mit dem Schwerpunktthema Nachstar: der Nachstarquantifizierung, dem Einfluss von Linsenmaterialien und des Linsendesigns auf die Nachstarentwicklung sowie mit der Optimierung von Linsen- und Zusatzimplantaten und von chirurgischen Techniken zu dessen Vermeidung. Mit Nishi wies er bereits 1997 auf die Bedeutung der scharfen hinteren Optikkante hin und entwickelte mit diesem den Kapselknickring. Ab 1999 beschäftigte er sich systematisch mit der primären hinteren Kapsulorhexis als chirurgischer Alternative zu scharfkantigen Implantaten. Nachdem sich beide Optionen in vielen Fällen als nicht oder nur für wenige Jahre wirksam erwiesen hatten, führte Professor Menapace 2004 die Technik des Einknöpfens der Linsenoptik in eine hintere Kapsulorhexisöffnung ein und wies Sicherheit und anhaltende Wirkung anhand einer prospektiven Studie mit 1000 Augen nach.

2006 übernahm er Aufbau und Leitung der "Tagesklinik für Augenchirurgie" am AKH Wien, wo er laufend an der Weiterentwicklung moderner Techniken und Implantate für die Kataraktchirurgie, aber auch an der Optimierung von Prozessabläufen arbeitet.

Im Rahmen all dieser Aktivitäten hat Professor Menapace 200 Artikel in peer-reviewed Journalen sowie weitere 160 Artikel in nationalen und internationalen Zeitschriften publiziert. Auf Einladung hat er sieben Reviewartikel und neun Buchkapitel verfasst. Im Rahmen von 240 Tagungen hat er 400 Vorträge und Referate gehalten. Professor Menapace hat seit 1987 als regelmäßiger Vortragender und Referent aktiv an der DGII mitgewirkt und von 1994 bis 1998 die Funktion des Vizepräsidenten der Gesellschaft bekleidet. In diese Zeit fällt auch seine Amtsperiode als Präsident der "Wiener Ophthalmologischen Gesellschaft WOG".

Weitere Auszeichnungen erhielt er:
1999 DOC Preis für die beste deutschsprachige Publikation
2001 Ridley Preis der DOC
2004 Aufnahme in die "GaM-Bestenliste der führenden Forscher der
            deutschsprachigen Medizin" der Erlanger Gesellschaft für
            angewandte Metaforschung
2010 Medaille der DOC in Gold und Aufnahme in die Liste der
           "Top 100 Health Professionals" des Cambridge International
            Bibliographical Center

Professor Menapace arbeitet aktiv in vielen Gremien und Gesellschaften mit:

seit 1998
Mitglied des "International Intraocular Implant Club IIIC" und Editorial Board
Member des "Journal of Cataract and Refractive Surgery"

seit 2006
Mitglied des "American Journal of Ophthalmology"

seit 2008
Co-Editor des "Journal of Ophthalmology"

Es ist mir eine große Freude und Ehre, im Namen der DGII und des Vorstandes, Dir lieber Rupert, den diesjährigen Wissenschaftspreis anlässlich unserer 25. Tagung hier in Frankfurt verleihen zu können.

Laudation [PDF, 100 KB]

 


Preisträger 2010:
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Theo Seiler

Laudatio
Prof. Dr. T. Kohnen
Präsident der DGII

Nach dem 1968 in Ravensburg abgelegten Abitur nahm Theo Seiler im gleichen Jahr ein Studium der
Mathematik und Physik an der Universität Heidelberg auf, erhielt 1970 das Vordiplom in Physik, wechselte an die
Freie Universität Berlin und schloss dort 1972 das Studium als Diplom-Physiker ab. Anschließend begann er noch
im selben Jahr ein Medizinstudium.

1975 wurde er mit der Dissertation "Modulierte dynamische Kernspinpolarisation an Kernen kleineren
gyromagnetischen Verhältnisses" an der Freien Universität Berlin zum Dr. rer. nat. promoviert und trat im
Folgejahrin den Schuldienst für höhere Schulen (Fächer Mathematik und Physik) ein. Gleichzeitig setzte er sein
Medizinstudium fort und legte 1981 das medizinische Staatsexamen in Berlin ab. 1982 wurde Herrn Seiler die
Approbation als Arzt erteilt. Bereits seit 1981 Assistenzarzt an der Augenklinik der Freien Universität Berlin, wurde
er dort 1982 zum Akademischen Rat ernannt und 1984 mit der Dissertation "Linearität der Tonometrie"
zum Dr. med. mit summa cum laude promoviert.

  

1986 erwarb Herr Seiler die Facharztanerkennung für Augenheilkunde und wurde zugleich zum Oberarzt an der Universitätsaugenklinik der Freien Universität Berlin, 1989 zum Stellvertretenden Leiter dieser Einrichtung ernannt. Mit der wissenschaftlichen Arbeit "Refraktive Hornhautchirurgie" habilitierte sich Seiler 1987 an der FU Berlin und erhielt 1989 die Ernennung zum Professor für Augenheilkunde.


Zum 01.10.1993 folgte Theo Seiler dem Ruf als C4-Professor auf den Lehrstuhl für Augenheilkunde sowie als Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde an die Medizinische Fakultät der TU Dresden. Mit seiner Umberufung an die Universität Zürich schied Herr Seiler am 01.01.2000 aus der Dresdener Fakultät/Universitätsklinikum aus. Heute ist Herr Professor Seiler in seinem eigenen wissenschaftlichen Institut (IROC) und an der Univerität Zürich tätig.

Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte umfassen die Hornhautchirurgie, insbesondere refraktive Hornhautchirurgie, Chirurgie der vorderen Augenabschnitte und Physiologische Optik.

Herr Professor Seiler hat u.a. mehr als 200 Originalartikel in peer-reviewed Fachzeitschriften publiziert.

Darüberhinaus ist und war Herr Seilerr in vielen Gremien und Gesellschaften tätig: 1988 Mitglied der Gutachterkommission der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG); 1989-1992 Mitglied des Board of Directors der International Society of Refractive Keratoplasty. Er war auch Mitglied des Präsidiums der DOG; Vorsitzender der KRC und Mitglied des Präsidiums der DGII.

Die internationalen Ehrungen und Auszeichnungen von Herrn Professor Seiler sind zahlreich, um nur einige hier zu nennen:
1989 Theodor-Axenfeld-Preis
1992 King Khaled Lecture an der Universität Ryadh
1996 A.v.Graefe-Preis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft
1998 Honour Award der American Academy of Ophthalmology
2003 Presidents Award der ISRS
2004 Lifetime Achievement Award der American Academy of Ophthalmology
2008 Innovators Lecture der ASCRS
2009 Senior Achievement Award der American Academy of Ophthalmology


Verleihung des DGII Wissenschaftspreises 2010

Lieber Herr Seiler, ich freue mich, Ihnen heute den DGII-Wissenschaftspreis, der übrigens mit 1.000 € dotiert ist, verleihen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg.

 


Preisträger 2009:
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Diplom-Physiker Wolfgang Haigis

Laudatio
Ekkehard Fabian,
Tagungspräsident des 23. Kongresses der DGII

Herrn Privatdozent Dr. rer. nat. Diplom-Physiker Wolfgang Haigis ist während des 23. Kongresses der DGII
in München am 27. Februar 2009 der erstmals vergebene Wissenschaftspreis der DGII verliehen worden.
Mit dieserPreisverleihung sollen herausragende wissenschaftliche Leistungen eines deutschsprachigen
Wissenschaftlers ausgezeichnet werden.

Herr Dr. Haigis hat sich seit 1977 in langjähriger, konstanter, wissenschaftlicher Tätigkeit weltweite
Anerkennung erworben. Die nach ihm benannte Haigis-Formel für die Biometrie ist nur ein Teil seiner
Arbeit. Sein Wissen um die Biometrie, und zwar um die Ultraschalllängenmessung des Augapfels und
die Entwicklung der Haigis-Formel, sind zugleich Basis gewesen, um der optischen Biometrie mit dem
IOLMaster (Carl Zeiss Meditec) zu einem weltweiten Erfolg zu verhelfen. Die ständige Optimierung von
IOL-Konstanten, die seit 1999 freie Zur-Verfügung-Stellung dieser Ergebnisse sowie die
Online-IOL-Berechnung im Internet ist das Verdienst der von Dr. Haigis gegründeten User Group for
Laser Interference Biometry (ULIB) (www.augenklinik.uni-wuerzburg.de/eulib). Die unermüdliche
Schaffenskraft führte zuletzt zur Haigis-L-Formel der Biometrie bei Augen nach myoper und
hyperoper refraktiver Hornhautchirurgie.

  

Dieses Wissen hat Dr. Haigis in insgesamt über 490 Vorträgen, davon 51 auf Kongressen der DGII, sowie 188 wissenschaftlichen Publikationen vorgetragen. Zusätzlich hat er in 158 Kursen auf nationalen und internationalen Kongressen eine große Anzahl an Ophthalmologen auf dem Gebiet der Biometrie weiter- und fortgebildet.

Sein Engagement fand auch Ausdruck als Gründungsmitglied der Technologie in Medizin und Gesundheitswesen e. V. (TIMUG) und des IOLPowerClubs. Mitgliedschaften in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Gesellschaften runden sein Tätigkeitsspektrum ab.

Die DGII anerkennt mit ihrem erstmals vergebenen Wissenschaftspreis einen Wissenschaftler auch für die so großen klinischen Auswirkungen seiner Tätigkeit. Die Ophthalmochirurgie hat damit eine Basis erhalten, präoperativ eine sehr hohe Zielgenauigkeit bei der Biometrie zu gewinnen. Die operierten Patienten der Kataraktchirurgie und insbesondere der refraktiven Linsenchirurgie erhalten damit ein ausgesprochen hohes Maß an Sicherheit.

Es ist der DGII eine besondere Freude, ihr langjähriges Mitglied, Herrn Privatdozent Dr. Haigis mit dieser Preisverleihung zu ehren.