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Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation und refraktive Chirurgie
DGII 2010
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24. Kongress der DGII 2010

Abstracts DGII 2010

XIII. Wissenschaftliche Sitzung: Glaukom und interventionelle Techniken

R105

Blaufilterlinsen – Rationale und Effekte

Augustin AJ
Klinikum Karlsruhe gGmbH, Karlsruhe

Blaufilterlinsen werden in der westlichen Welt seit fast 10 Jahren in
der klinischen Routine eingesetzt; in einzelnen Zentren stellen diese
Linsen sogar die Standardtechnologie dar. Gleichzeitig existieren
Berichte über Nebenwirkungen solcher Linsen in verschiedener Hinsicht:
Genannt werden negative Auswirkungen bei retinologischen
Eingriffen (schlechtere Visualisierung), verändertes Farben- und
Kontrastsehen des Patienten sowie Störungen des Schlafverhalten
bzw. der circadianen Rhythmik. Des Weiteren sind die epidemiologischen
Daten bez. irgendwelcher Schutzeffekte inkonsistent. Wir
haben diese Effekte z.T. in unserem Zentrum untersucht bzw. unter
physiologischen Gesichtspunkten evaluiert. Außerdem wurde eine
Literaturrecherche zu den Fragen Farben- und Kontrastsehen sowie
zur epidemiologischen Fragen vorgenommen. Unsere Ergebnisse
und auch die Daten anderer Arbeitsgruppen zeigten, dass bei Verwendung
dieser Linsentechnologie negative Auswirkungen auf das
Farben- und Kontrastsehen nicht festzustellen sind. Des Weiteren
können alle netzhautchirurgischen Manöver problemlos durchgeführt
werden. Die inkonsistenten Studienergebnisse bei epidemiologischen
Erhebungen sind zum einen durch die Tatsache erklärt,
dass die für die Evaluation der Blaufilterlinsen-Technologie relevanten
Parameter nur Sekundärparameter waren. Zum anderen wurden
die Untersuchungen bei heute (als Routine) nicht mehr relevanten
Operationsmethoden (ECCE) vorgenommen. Daher wären neue
prospektive randomisierte Studien durchaus sinnvoll. Weitere
psychophysische Parameter wie z.B. skotopisches Sehen und auch
der circadiane Rhythmus werden durch Blaufilterlinsen ebenfalls nicht
alteriert, jedenfalls vermögen diese Linsen die diskutierten Parameter
nicht zu beeinflussen.


Erschienen in:
Klin Monatsbl Augenheilkd 2010; 227: Suppl. 1, S1–S24
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York · ISSN 1431-634X