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Ergebnisse der Umfrage 2000Umfrage von DGII und BVA 2002 zum derzeitigen Stand der Katarakt- und refraktiven Chirurgie S. Ober, A. Reuscher, M. Wenzel Zusammenfassung: Summary:
Auch in diesem Jahr wurde besonderes Augenmerk auf die aktuellen Aspekte der Katarakt- und refraktiven Chirurgie gelegt. Da nicht alle Fragen jährlich wiederholt werden, möchten wir an dieser Stelle auf die in den Vorjahren veröffentlichten Umfrageergebnisse verweisen (3-9). [Fragen der Umfrage von 2002] Die Operationszentren Insgesamt nahmen 384 Institutionen an der Umfrage teil. Im langfristigen Vergleich zwischen 1998 (6) und 2001 (9) zeigt sich eine steigende Anzahl an erfassten Operationszentren (262 / 248). 68 Zentren waren öffentliche Kliniken mit angestellten Ärzten (18 %), 160 reiner Praxis OPs mit ausschließlich ambulantem Operationszentrum (42 %). 85 Institute waren Praxis OPs mit zusätzlicher belegärztlicher Tätigkeit (22 %), 71 reine Belegärzte (18 %). Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich ein deutlicher Anstieg des prozentualen
Anteils der reinen Praxis OP Zentren von 32 auf 42 %. Im langfristigen
Vergleich zwischen 1998 (6) und 2002 verzeichnt der prozentuale Anteil
der rein ambulanten OP Zentren den stärksten Zuwachs (25 / 32 / 42
%). Der prozentuale Anteil von Praxis-OPs mit Belegabteilung ist im Vergleich
zum Vorjahr mit ( 23 / 22 %) nahezu unverändert geblieben. Der Abwärtstrend
bei den rein belegärztlichen OP Zentren setzt sich auch in diesem
Jahr fast ungebremst fort (28 / 22 / 18 %). Der Anstieg im rein ambulanten
Sektor geht jedoch zu nahezu gleichen Teilen auf kosten der rein belegärztlichen
OP Zentren(22 / 18 %), sowie der Kliniken (23 / 18%). Die Anzahl der teilnehmenden Zentren war 2002 deutlich höher als 2001. (9). 24% der Antwortbögen erreichten und aus den nördlichen Bundesländern (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Hessen) mit zusammen zirka 18 Millionen Einwohnern. 29 % der Antworten kamen aus den westlichen Bundesländern mit rund 21 Millionen Einwohnern (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland). 30 % der Operationszentren lagen in den beiden südlichen Bundesländern mit ca. 21 Millionen Einwohnern und 14 % in den neuen Bundesländern und Berlin mit ca. 18 Millionen Einwohnern. 5 Meldungen erreichten uns aus Österreich und zwei aus der Schweiz. Zahl der Kataraktoperationen Im Rahmen der Umfrage wurden 447600 Kataraktoperationen erfaßt (Abb. 2) Im langfristigen Vergleich zwischen 1998 (6) und 2001 (9) zeigt sich eine steigende Anzahl an erfassten Kataraktoperationen (280.455 / 316.977). Diese wurden zu 30 % in öffentlichen Kliniken, zu 29 % in reinen ambulanten Praxis OPs und zu 27 % in Praxis OPs mit Belegabteilung durchgeführt. 14 % der Operationen erfolgten in rein belegärztlichen Abteilungen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zeigten sich keine gravierenden Veränderungen (9).Der prozentuale Anteil der reinen Praxis OP Zentren stieg im Vergleich zum Vorjahr unwesentlich an (27 / 29 %). Der Anteil der an öffentlichen Kliniken durchgeführten Kataraktoperationen blieb unverändert auf 30 %, dagegen sank der Anteil der Praxis OPs mit Belegabteilung leicht von 28 auf 27 % und der Anteil der in reinen Belegabteilungen von 15 auf 14 %.
Abb. 2: Verteilung der erfaßten Kataraktoperationen, aufgeteilt nach Art der operativen Zentren Die Anzahl der durchschnittlich
durchgeführten Kataraktoperationen (Median) war mit 1800 OPs bei den Kliniken
am größten. Sie wurden gefolgt von Praxis OPs mit assoziierter Belegabteilung
und den reinen Belegabteilungen (1000). Deutlich niedriger lagen die Operationszahlen
bei reinen Praxis OPs (550). Im Vergleich zu den Zahlen aus dem Jahr 1998 (6)
und 2002 (9) war die durchschnittliche Anzahl der pro Klinik operierten Katarakte
ansteigend (1250 / 1570 / 1800), ebenfalls wurden pro reiner Belegabteilung
deutlich mehr Eingriffe durchgeführt (400 / 655 / 1000). Wie auch in den
letzten Jahren waren die Zahlen bei den reinen Praxis Ops hingegen rückläufig
(900 / 705 / 550). Die durchschnittliche Anzahl der pro Praxis OPs mit Belegabteilung
operierten Katarakte zeigt sich im langjährigen Vergleich leicht fallend
und im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert (1200 / 1005 / 1000) (Abb.
3).
Abb. 3: Entwicklung der mittleren jährlichen Operationszahlen (Median) 1998 - 2002 Zahl der Operateure Die Anzahl der operierenden
Kollegen in den einzelnen Zentren war nach wie vor sehr unterschiedlich verteilt.
In Praxis-Ops werden die Operationen vorwiegend nur durch einen Arzt durchgeführt.
In den Belegabteilungen sowie in Praxis-OPs mit Belegabteilung werden die Operationen
zu ähnlich großen Teilen durch einen oder zwei Ärzte durchgeführt.
In wenigen dieser Zentren operierten 3 oder mehr Ärzten. Der überwiegende
Teil der öffentlichen Kliniken arbeitet hingegen mit 3-5 Operateuren. Ambulante Operationen Der Anteil der ambulant durchgeführten Operationen differierte naturgemäß stark nach Art der operativen Einrichtung. In den befragten Praxis-Operationszentren wurden in 82 % der Einheiten ausschließlich ambulante Operationen durchgeführt. Die gelegentliche Zuordnung einiger stationärer Patienten dürfte am ehesten mit der Kooperationen mit stationären Einrichtungen zu erklären sein. In den Praxis-Operationszentren mit Belegabteilung wurden in 54 % der Abteilungen ? 80 % ambulante Operationen durchgeführt. In weiteren 24 % der Zentren erfolgte die Kataraktoperation zu ? 60 % ambulant. Der Anteil der ambulanten Operationen war bei den Belegabteilungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher. 51 % der Abteilungen führten ? 60 % ambulant durch. Bei 63 % der Kliniken wurden die Kataraktoperationen zu <40% ambulant durchgeführt, in 6 % der Kliniken wurde ausschließlich stationär operiert. In lediglich 10% der Kliniken erfolgten die Kataraktoperation zu ? 60 % ambulant. Anästhesie Bei der Anästhesie
der Kataraktoperation ist die peri- bzw. retrobulbäre Anästhesie in
77 % der erfaßten Zentren die bevorzugte Technik. Die Tropf- bzw. Subconjunctival-Anästhesie
ist bei 16 % der in Praxis und Belegklinik operierenden Kollegen die Anästhesieform
der Wahl. Dieser Anteil beträgt 15 % bei den Kliniken, 12 % bei den Praxis
OPs und 11 % bei den Belegabteilungen. 11 % der Kliniken, 10 % der Belegabteilungen
und der Praxis OPs und 7 % der Praxis / Belegabteilungen operieren vornehmlich
in Allgemeinnarkose. Hierbei wurden weniger als die Hälfte der Intubationsnarkosen
für die Schmerzfreiheit bei der peri- bzw. retrobulbäre Anästhesie
durchgeführt.
Abb. 4: Art der bevorzugten Anästhesieform. Vergleich zu den Zahlen von 1999. Linsenmaterial 2002 waren die flexiblen
Acrylate in allen Arten von Operationszentren die am meisten implantierten Linsen.
Während der Anteil der Silikonlinsen eher leicht gefallen ist, wurden PMMA
Linsen insgesamt deutlich seltener verwendet. Bei den flexiblen Acrylaten wurde
im Rahmen dieser Umfrage wieder in hydrophile und hydrophobe Acrylate unterschieden.
Im einzelnen gliedern sich die Zahlen wie folgt: Hydrophobe Acrylate wurden
von 33 % der Praxis –Zentren, 45 % der Praxis –Beleger, 44 % der
reinen Beleger und 41 % der Kliniken bevorzugt. Hydrophile Acrylate präferierten
26 % der Praxis –Zentren, 21 % der Praxis –Beleger, 18 % der reinen
Beleger und 26 % der Kliniken. Silikonlinsen wurden relativ gleichmäßig
von 24 % der Praxis –Zentren, 20 % der Praxis –Beleger, 20 % der
reinen Beleger und 18 % der Kliniken als das am meisten verwendete Linsenmaterial
angegeben. Auch PMMA Linsen wurden relativ gleichmäßig von 17 % der
Praxis –Zentren, 14 % der Praxis –Beleger, 18 % der reinen Beleger
und 15 % der Kliniken als das am meisten verwendete Linsenmaterial angegeben.
Abb. 5: Verteilung der bevorzugten Linsenmaterialien an den jeweiligen operativen Zentren Ultradünne Implantate (< 2mm Schnittbreite) Erstmalig wurde für den Erhebungszitraum nach der Verwendung von ultradünnen Implantaten mit einer Schnittbreite von weniger als zwei Milimetern gefragt. Der Anteil der Klinik Zentren, die ultra-dünne Linsen inplantierten war mit 35 % am höchsten. Ultra-dünne linsen bildeten jedoch an den meisten implantierenden Zentren (25 %) mit nur bis zu 2 % einen geringen Anteil aller Linsen. An lediglich 10 % der Imlantierenden Kliniken war der Anteil bis zu 10 % des Linsenmaterials. Von den Praxis Zentren implantierten 7 %, den Praxis-Operationszentren mit Belegabteilung 14 % und von den reinen Belegabteilungen 3 % ultradünne Linsen. Starschnitt Im Erhebungszeitraum wurden wieder mehr Kataraktoperationen mittels Clear-Cornea Inzision als mittels korneoskleralem Schnitt durchgeführt. Bei den Clear-Cornea Inzisionen wurde wie im Vorjahr in einen blutigen und einen unblutigen, reinen Clear-Cornea Zugang unterteilt. Im Einzelnen ergab sich folgende Aufteilung: Ein reiner Clear-Cornea Zugang wurde von 24 % der Praxis –Zentren, 29 % der Praxis –Beleger, 28 % der reinen Beleger und 36 % der Kliniken bevorzugt. Eine blutiger Clear-Cornea Inzision präferierten 36 % der Praxis –Zentren, 36 % der Praxis –Beleger, 33 % der reinen Beleger und 27 % der Kliniken. Ein korneoskleraler Tunnel wurde von 40 % der Praxis –Zentren, 35 % der Praxis –Beleger, 39 % der reinen Beleger und 37 % der Kliniken als der Zugang der Wahl angegeben. Im Vergleich zu den Vorjahren ist ein deutlicher Trend hin zur Clear Cornea-Inzision zu erkennen. Interessant ist es, dass in der Klinik die direkte Clear Cornea Inzision, in den Praxis-Operationszentren hingegen die blutige Clear Cornea Inzision mit Zugang distal des Limbus bevorzugen. IOL Master Zur Biometrie wurde der IOL Master von 44 % der operativen Zentren bei > 50 % aller Fälle eingesetzt. Mehr als 50 % der Praxis –Beleger und Kliniken bevorzugten den IOL Master. Zur Errechnung der IOL Stärke bevorzugten 42 % der Praxis –Zentren, 51 % der Praxis –Beleger, 31 % der reinen Beleger und 53 % der Kliniken den IOL Master. IOL - Formeln In der diesjährigen Umfrage wurde erstmals nach den bevorzugten Formeln zur Errechnung der IOL Stärke gefragt. Die SRK II Formel wurde von allen Zentren mit Abstand am häufigsten verwendet ( 40 %). Danach folgen mit 23 % und 22 % Haigis und SRK T. Andere Formeln zur Errechnung der IOL Stärke spielten mit zusammen lediglich 15 % eine eher untergeordnete Rolle. Refraktive Eingriffe Im Rahmen der Umfrage wurden insgesamt 22663 refraktive Eingriffe erfaßt. Der hiervon überwiegende Teil entfiel mit 17897 Eingriffen auf Eximerlaseroperationen. 15686 hiervon alleine auf die LASIK Operation. Dies entspricht 69 % aller refraktiv-chirurgischen Maßnahmen. Hiervon waren 2% LASIK Reoperationen. Die PRK wurde in 4 % der erhobenen Fälle angewandt. 5 % der refraktiven Operationen entfielen auf das intraokularen Verfahren der phaken Intraokularlinsen sowie 7 % auf das der Clear-Lens Extraction. In 9 % der Fälle wurde eine chirurgische Astigmatismuskorrektur im Rahmen der Kataraktchirurgie durchgeführt.
Abb. 6: Verteilung aller primär refraktiven Eingriffe Die Verteilung aller durch die Umfrage erfassten Operationszentren zeigt, dass 37% der Praxis OPs primär refraktive Eingriffe anbieten. In der Klinik sind dies hingegen 57% der Operationszentren. Von den Praxis-Belegern führten 39% und von den reinen Belegzentren 33% primär refraktive Eingriffe durch.
Abb. 7: Prozentuale Verteilung der OP-Zentren, die refraktive Chirurgie durchführen Betrachtet man nun die Verteilung
aller primär refraktiven Eingriffe so zeigt sich, dass 36% aller erfassten
primär refraktive Eingriffe in Praxis Operationszentren und nur 28% in
Kliniken durchgeführt wurden. 31% enfielen auf Praxis-Belegzentren und
5% auf reine Belegzentren. Die im Median pro Excimerzentrum durchgeführte
Anzahl an Eingriffen lag bei 80 Fällen. In 20 Zentren wurden mehr als 300
LASIK Eingriffe pro Jahr durchgeführt, hiervon in 9 Zentren mehr als 500.
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