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Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation und refraktive Chirurgie
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Die jährliche Umfrage von DGII und BVA Aktuelle Umfrage / Einladung Auswertungen der vergangenen Jahre
 

Ergebnisse der Umfrage 1999

Derzeitiger Stand der Katarakt- und refraktiven Chirurgie - Ergebnisse der DGII/BVA-Umfrage 1999

Mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers, Dr. Kaden Verlag

M.Wenzel, A. Reuscher (Aachen, Eßlingen)

Zusammenfassung:
Für 1999 wurde wieder eine Umfrage unter den deutschen Ophthalmochirurgen durchgeführt. Die Angaben von 280 Augenabteilungen, an denen zusammen 635 Kollegen kataraktchirurgisch tätig sind, wurden ausgewertet.
OPHTHALMO-CHIRURGIE 12: 155 - 160 (2000)

Summary:
A survey on the status of cataract and refrac-tive surgery in 1999 has been carried out by the DGII. Data from 280 eye clinics involving a total of 635 surgeons were collected.
OPHTHALMO-CHIRURGIE 12: 155 - 160 (2000)


Im Jahr 1999 hat die Deutsche Gesellschaft für Intraokularlinsen - Implantation (DGII) und Refraktive Chirurgie wieder zusammen mit dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. (BVA) die seit 1987 durchgeführte Umfrage organisiert [2, 3]. Die Fragebogen wurden im Januar 2000 an alle Ophthalmochirurgen versandt und im Internet veröffentlicht, nur 2 Antworten erreichten die Autoren über das Internet. Allen teilnehmenden Kollegen wird an dieser Stelle herzlich gedankt für die Antworten.


Bedeutende Entwicklungen der letzten 20 Jahre

Noch 1982 wurde in der Mehrzahl der Fälle keine Linse nach der Kataraktoperation implantiert [Literatur in 3], 1983 erfolgte die Implantation dann bereits bei drei Vierteln der Patienten und kurz danach in fast 100 %. Während 1983 noch die Hälfte der Operateure die IC-Extraktion bevorzugt haben und die Phakoemulsifikation erst eine Außenseitermethode war, dauerte es bis 1992, daß die Phakoemulsifikation zur beliebtesten Operationsmethode wurde.
Nachdem 1997 über 95% der Ophthalmochirurgen die Phakoemulsifikation bevorzugten, wurde vor zwei Jahren die Frage aus dem Repertoire genommen (Abbildung 1, nicht verfügbar, Entwicklung der bevorzugten Katarakt-Operationstechniken 1993-1999).

Die Zahl der Operationen hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen und hat nach den Zählungen der Industrie, die immer fast alle Hersteller umfaßt und so sehr verläßliche absolute Zahlen liefert, 1999 bereits die 500.000-Marke deutlich überschritten.
In den USA werden über 2.000.000 Augen jedes Jahr operiert bei zuletzt rückläufigen Tendenzen! Dort werden noch unter 90 % mit Phakoemulsifikation operiert [1].

Operationszentren 1999

Von den 280 antwortenden Zentren waren 62 (23 %) öffentliche Kliniken mit angestellten Operateuren und 208 (77 %) Zentren niedergelassener Operateure. 7 Operateure arbeiteten sowohl an einer Klinik als auch als Belegarzt oder es fehlten die Angaben, Von den 210 niedergelassenen Zentren hatten 130 (62%) einen eigenen Praxis-OP und 147 (70%) eine Belegabteilung. Dabei operierten 67 (32%) sowohl in einem Praxis-OP als auch in einer Belegabteilung (Abbildung 2).



Abb. 2
Anzahl der Katarakt-Operationszentren,
die 1999 an der Umfrage teilgenommen haben

Die Zahl der Ophthalmochirurgen, die sowohl als Belegärzte als auch in einem eigenen Praxis-OP arbeiteten, hat im Vergleich zum Vorjahr (von 18% auf 24% aller Zentren) am meisten zugenommen. In den USA nutzen 41% der operierenden Augenärzte ein OP-Zentrum in einem Krankenhaus, 26% ein eigenes ambulantes OP- Zentrum und 33% beide Institutionen. Somit ist die Verteilung in Deutschland ähnlich der amerikanischen geworden.

Zahl der Operationen

Von den 280 Zentren wurden zusammen 335,863 Katarakte im Jahr 1999 operiert. Da nach Schätzungen der Industrie 520.000 Linsen implantiert worden sind, entsprechen die Zahlen dieser Umfrage über 60% aller durchgeführten Operationen. Beide Zählungen sprechen für einen Zuwachs von über 10% auch noch im vorigen Jahr!
In den USA ist die Antwortrate inzwischen auf 29% abgefallen.
Bei der Umfrage der DGII hat zirka ein Drittel der operativen Zentren teilgenommen, an denen aber über 50% der Kataraktoperationen durchgeführt worden sind.

In den 63 reinen Praxis-OPs wurden 76.878 Katarakte operiert (Median 802 Ops./Jahr, Streubreite: 40 - 4151). In den 67 Praxis-OPs mit Belegabteilung wurden 104.274 Katarakte operiert (Median 1.150 Ops./Jahr, Streubreite 140 - 7.000). In den 81 reinen Belegabteilungen wurden 57.647 Katarakte operiert (Median 400 Ops./Jahr, Streubreite 13 - 5.186). In den 62 Kliniken wurden 93.291 Katarakte operiert (Median 1253 Ops/Jahr, Streubreite 116 - 5.800). 5 Augenärzte haben die Institution nicht angegeben, an der sie operierten und 2 operierten sowohl als angestellter Arzt einer Klinik als auch in einem eigenen Praxis-OP, Von diesen 7 Ophthalmochirurgen wurden zusammen 3.953 Katarakte operiert.

Von den in Deutschland operierten Katarakten wurden 23% in einem Praxis-OP durchgeführt, 32% von Augenärzten, die sowohl ei-nen Praxis-OP als auch eine Belegabteilung leiten, 17% in reinen Belegabteilungen und 28% in Kliniken (Abbildung 3). Der mit Abstand größte Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr lag in den kombinierten Praxis-OPs/Belegabteilungen.



Abb. 3
: Anzahl der Kataraktoperationen, die 1999 von der
Umfrage erfaßt worden sind, aufgeteilt nach den operativen Zentren

Zahl der Operateure

Die Zahl der operierenden Augenärzte ist in den Zentren sehr unterschiedlich verteilt. Während im reinen Praxis-OP wie auch in der reinen Belegabteilung überwiegend . Einzelkämpfer" tätig sind, operiert in der Praxis mit Belegabteilung meist ein Team aus zwei Operateuren und in den Kliniken meist ein Team aus vier Operateuren. Die Tendenz ist unverändert zum Vorjahr (Abbildung 4).



Abb. 4
Anzahl der Katarakt-Operateure
an den jeweiligen operativen Zentren

2% der Operateure hatten eine individuelle Operationsfrequenz von > 2.000/Jahr, 5% eine individuelle Frequenz von > 1.500/Jahr und 17% eine individuelle Frequenz von > 1.000/Jahr. An den jeweils größten Operationszentren (obere 25%) hatte in den Praxis-Op-Zentren jeder Operateur im Median 1125 Katarakte im Jahr operiert, bei den Praxis-OPs mit angeschlossener Belegabteilung 1200 Katarakte, an Belegabteilungen 715 und an Kliniken 750/Jahr (Abbildung 5, nicht verfügbar: Anzahl der mittleren Zahl der Kataraktoperationen (Median), aufgeteilt nach den operativen Zentren (1. Balken) sowie individuelle OP-Frequenz von jeweils 25% der größten Zentren (Median, 2. Balken). In den USA sind 36% "Einzelkämpfer", 51% arbeiten zu zweit oder zu dritt.

Ambulante Operationen

Über alle Institutionen gemittelt wurden in 37% der Operationszentren mindestens 80% aller Patienten ambulant operiert, in 58% mindestens 40% ambulant und in 8% wurden keine ambulante Operationen angeboten.
Der größte Unterschied zwischen Praxis-OPs einerseits und Belegabteilungen und Kliniken andererseits bestand erwartungsgemäß in der Frage nach ambulanten Operationen.

90% der 63 reinen Praxis-OPs haben in 1999 nur ambulant operiert, 10% haben bis zu 40% ihrer Patienten nach der Operation stationär betreuen können. 36% der 67 Praxis-OPs mit angeschlossener Belegabteilung haben über 80% ihrer Patienten ambulant operiert, 34% haben weniger als 60% der Patienten ambulant behandelt. Diese Zahl ist von großem Interesse, da sie angibt, wieviel Patienten in Deutschland ambulant zu operieren sind, wenn durch das operative Zentrum kein Zwang zur ambulanten oder zur stationären Operation besteht. In 14% der 86 reinen Belegabteilungen wurde nie ambulante Starchirurgie betrieben, in 40% der Abteilungen wurden mindestens 40% der Patienten ambulant betreut. 11% der 64 Kliniken haben im vorigen Jahr nie ambulant den Star operiert, in nur 16% der Kliniken wurden mehr als 40% der Starpatienten ambulant betreut. Im Vergleich zum Vorjahr wurde jetzt auch an Belegabteilungen vermehrt ambulant operiert, nicht so sehr an Kliniken (Abbildung 6).




Abb. 6 Anteil der ambulanten Kataraktoperationen an allen Kataraktoperationen, aufgeteilt nach der Häufigkeit ambulanter
Operationen an den jeweiligen operativen Zentren
(> 80%, > 60%, > 40%, > 20%, > 0%, keine ambulante Operationen)

Anästhesie

Im Vergleich zu 1997 hat der Anteil der Augenärzte, die eine Tropfanästhesie bevorzugt haben, von 1% auf 9% zugenommen (Abbildung 7). An 20% der Operationszentren wurden Tropfanästhesien angeboten. Der Anteil der Operateure, die Vollnarkosen (inklusive Maskennarkose zur peribulbären Injektion) bevorzugten, lag mit 10% fast unverändert im Vergleich zu 1997. Mit Abstand die beliebteste Narkosetechnik ist die tiefe Injektion (peri- oder retrobulbär) geblieben. In den USA wird dahingegen schon von über 35% der Augenärzte die Tropfanästhesie bevorzugt, Vollnarkosen gibt es dort kaum [1].



Abb. 7
: Anteil der 1999 bevorzugten Anästhesieformen,
aufgeteilt nach den operativen Zentren

Die Zahl der Operateure, bei denen routinemäßig ein Anästhesist zur Staroperation anwesend war, hat im Vergleich zu 1997 (21%) auf jetzt 57% deutlich zu-genommen, parallel mit der Zunahme der ambulanten Operationszentren. Bei 31% der Zentren war ein Anästhesist im Notfall abrufbar, 12% der Ophthalmochirurgen haben diese Frage nicht beantwortet. Während im niedergelassenen Bereich der Anästhesist meist bei der Staroperation anwesend war, wurden in Kliniken Staroperationen meist ohne die routinemäßige Anwesenheit eines Anästhesisten durchgeführt (Abbildung 8)



Abb. 8
: Anteil der operativen Zentren, an denen der Anästhesist
bei jeder Operation anwesend ist / im Notfall abrufbar ist
oder beides beziehungsweise keine Angaben

Linsenmaterial

An den meisten Institutionen wurden, wie schon in den letzten Jahren, verschiedene Linsenmaterialien implantiert. Über alle Instittutionen haben nur noch 50% der Operateure PMMA bevorzugt, 34% flexible Acrylate und 16% Silikone (Abbildung 9).



Abb. 9
: Häufigkeit der Implantation der verschiedenen Linsenmaterialien 1999, unterschieden, wie oft das jeweilige Material nie,
selten (> 1%) oder meist (> 50%) implantiert wird

Wie auch in den USA besteht weiterhin der Trend weg von harten hin zu weichen Acryllinsen [1]. Dabei wurden Linsen aus flexiblen Acrylaten oder Silikon bei Operateuren mit großen Fallzahlen häufiger implantiert: Von den Zentren mit wenigstens 2.000 Operationen/Jahr haben nur noch 34% PMMA bevorzugt, 40% flexible Acrylate und 26% Silikon. Seit 1994 liegt der Anteil der Operateure, die Silikon favorisieren, fast konstant bei Werten zwischen 10 und etwa 20%.

Während bei Ärzten mit Praxis-OPs in der Frage nach der Standardlinse (> 50%) PMMA und die flexiblen Acryllinsen gleichauf von je 44% bevorzugt worden sind (wobei die . High-Volume-Chirurgen flexible Acrylate bevorzugen), so haben die operierenden Augenärzte mit Praxis und Belegabteilung zu 34% PMMA, zu 33% flexible Acrylate und zu 28% überwiegend (> 50%) Silikonlinsen implantiert.

Bei Belegärzten hat PMMA noch knapp die absolute Mehrheit, in Kliniken sogar noch fast eine Zwei Drittel-Mehrheit. Völlig verzichteten inzwischen 11% aller Institutionen auf PMMA. In den USA scheinen sich die Werte leicht zu stabilisieren, wobei flexible Acrylate einen Marktanteil von fast 50% haben, PMMA nur noch 33% und Silikon etwa 22% [1].

Multifokallinsen

Die Implantation von multifokalen Linsen hat sich im Vergleich zu 1992 kaum verändert. Mit jetzt 27% hat sich der Anteil der Ärzte, die multifokale Linsen implantieren, zwar verdoppelt. Während jedoch die Implanteure von multifokalen Linsen 1992 im Median 3% ihrer Patienten mit multifokalen Linsen versorgt hatten, so waren es 1999 nur noch 1% der Patienten (Abbildung 10, nicht verfügbar, Anteil der Augenärzte, die 1991 beziehungsweise 1999 multifokale Linsen implantiert haben sowie Anteil der multifokalen Linsen an allen implantierten Linsen)

Glaukomchirurgie

80% der Ophthalmochirurgen, die Katarakte operieren, haben 1999 auch Glaukomoperationen vorgenommen. Zusammen wurden 1999 von den Teilnehmern der Umfrage 13.954 Glaukomopera-tionen durchgeführt. Auf 24 Katarakte wurde ein Glaukom operiert. Von Niedergelassenen wurden 6,389 Glaukome operiert, von Operateuren in öffentlichen Kliniken 7,452 (Abbildung 11, nicht verfügbar, Anzahl der Glaukomoperationen, die 1999 von der Umfrage erfaßt worden sind, aufgeteilt nach den operativen Zentren ).

Filtrierende Operationen wurden an 59% der operativen Zentren angeboten, zyklodesktuktive Eingriffe und basale (Messer-)Iridektomien jeweils an 43%, tiefe Sklerektomien von 29%, Tabekulotomien von 20%.
Andere Glaukomoperationen (Retinektomien, Implantate, Trabekelaspiration, Lamellektomie) wurden zusammen an 4% aller Zentren angeboten (Abbildung 12).


Abb. 12: Anteil der operativen Zentren, die die jeweilige Glaukomoperation durchgeführt haben, aufgeteilt danach, ob sie über oder unter 50 mal im Jahr 1999 durchgeführt worden ist

Bei den meisten (44%) ist die filtrierende Chirurgie der häufigste Eingriff gegen das Glaukom geblieben. 15% der Augenärzte führen meist tiefe Sklerektomien (Viskokanalostomien) durch, 12% der Operateure bevorzugten basale Iridektomien, 11% zyklodestruktive Eingriffe und 5% Trabekulotomien.

Bei 14% ist eine kombinierte Glaukom-Katarakt-Operation der häufigste Eingriff zur Regulation des intraokularen Druckes gewesen. Trabekulotomien und kombinierte Operationen wurden häufiger von Niedergelassenen als in Kliniken durchgeführt, alle anderen Glaukomoperationen wurden überwiegend an Kliniken durchgeführt.

An 10% der operativen Zentren wurden im Jahr 1999 mehr als 50 filtrierende Operationen durchgeführt (> 1/Woche), an 5% der Zentren mehr als 50 tiefe Sklerektomien, an jeweils 4% der Zentren Mehr als 50 kombinierte Operationen oder 50 Zyklodestruktionen, an 2% mehr als 50 Trabekulotomien und an 1% der Zentren mehr als 50 basale Iridektomien.
Glaukom kommt bei etwa 7% der 70-Jährigen vor, zirka 10% aller Katarakt-Patienten haben gleichzeitig ein Glaukom, 1997 wurde im Median bei 2% der Katarakte simultan das Glaukom operiert, 35% der Umfrageteilnehmer gaben an, bei mindestens 5% ihrer Kataraktpatienten gleichzeitig das Glaukom zu operieren; dabei waren 72% dieser kombinierten Operationen fistulierende Operationen [4].

Refraktive Chirurgie

Refraktive Chirurgie wurde von 124 (44%) aller operativen Zentren angeboten, eine leichte Zunahme im Vergleich zum Vorjahr [5] (Abbildung 13, nicht verfügbar, Anzahl der refraktiven Operationszentren, die 1999 an der Umfrage teilgenommen haben).

Fast die Hälfte aller refraktiv-chirurgisch tätigen OP-Zentren sind Praxis-OPs mit angeschlossener Belegabteilung; an reinen Praxis- OP- Zentren wurden nur selten refraktive Operationen durchgeführt (Abbildung 14).
Zusammen wurden 9.399 refraktive Operationen durchgeführt, fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Von den Praxis-OPs mit Belegabteilung sowie von den Kliniken hat über die Hälfte der Institutionen refraktive Chirurgie angeboten (Abbildung 14).



Abb. 14
: Anteil der operativen Zentren, die 1999 refraktive Chirurgie angeboten haben, unterteilt, ob sie ausschließlich ohne Excimer-Laser oder zumindest teilweise mit einem Excimer-Laser durchgeführt worden sind

Im Laufe der letzten 10 Jahre hat sich die Zahl der operativen Zentren, die refraktive Chirurgie anbieten, verdoppelt. (Abbildung 15, nicht verfügbar, Entwicklung des Anteils refraktiver Zentren an allen operativen Zentren 1991 - 1999, unterteilt, ob sie ausschließlich ohne Excimer-Laser oder zumindest teilweise mit einem Excimer-Laser durchgeführt worden sind ).

Ein durchschnittliches refraktiv-chirurgisch tätiges Zentrum operierte wie im Vorjahr im Median 25 Augen/Jahr, 17% der Zentren operierten mehr als 50 refraktive Eingriffe im Jahr. Von diesen großen Zentren mit mehr als 50 Eingriffen im Jahr haben 71% überwiegend Excimer-Laser-Chirurgie angeboten (davon 43% LASIK), 21% überwiegend Keratotomien (Astigmatismus), 6% überwiegend phake Implantate und 1% meist korneale Ringe.

Nicht jeder refraktive Fehler wurde an jeder refraktiv-chirurgisch tätigen Institution operiert: Während Astigmatismus- oder Myopiechirurgie von 77% beziehungs-weise 67% der refraktiven Zentren angeboten worden sind, so wurden in 32% der Zentren Hyperopien und in 6% die Presbyopie behandelt.

Die Excimer-Chirurgie war das häufigste refraktive Operationsverfahren, an 51% der refraktiv-chirurgisch tätigen Institutionen wurde sie angewendet; Keratotomien (überwiegend nur zur Astigmatismuskorrektur) wurden von 48% der refraktiven Zentren angeboten. Von den Excimer-Zentren boten 41% Lasik an, davon 18% ausschließlich LASIK. 1999 noch war LASIK deulich seltener als andere Excimer-Verfahren [5]. 45% der refraktiven Zentren boten eine Extraktion einer klaren Linse zur Myopie- oder Hyperopiekorrektur an, der Wert ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.

Phake Implantate wurden von 35% der refraktiven Zentren angeboten, wiederum eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr. Der intrakorneale Ring wurde von 17% der refraktiven Chirurgen implantiert; andere refraktive Verfahren fanden in 5% der Zentren Anwendung. In den USA ist die Rate der RK auf etwa 70.000 Eingriffe im Jahr zurückgegangen bei einem Anstieg von LASIK auf zirka 440.000/Jahr. Die PRK ist dabei leicht auf rund 100,000 Eingriffe/Jahr zurückgegangen [1].



Literatur

1. Leaming, D.V.: Practice styles and preferences of ASCRS members-1998 survey. J. Cat. Refr. Surg. 25:.851 - 859 (1999)

2. Reim, M., Wenzel, M., Bucher, P. J. M.: Zum derzeitigen Stand der Kataraktchirurgie im deutschsprachigen Europa. In; 5. Kongreß der DGII (Hrsg.: Wenzel, M.) S. 19 - 30, Springer, Berlin 1991

3. Wenzel, M., Reim, M.: Kataraktoperationen und Linsenimplantationen 1983-1985. Fortschr. Ophthalmol. 84: 450 - 452 (1987)

4. Wenzel, M., Duncker, G., Ohrloff, C.: Derzeitiger Stand der Katarakt- und refraktiven Hornhautchirurgie - DGII-und ASCRS-Umfrage im Vergleich. OPHTHALMO-CHIRURGIE 10: 113 - 118 (1998)

5. Wenzel, M., Reuscher, A.: Derzeitiger Stand der Katarakt- und refraktiven Hornhautchirurgie. Ergebnisse der Umfrage 1998 von BVA und DGII. OPHTHALMO-CHIRURGIE 11: 95 - 102 (1999)

Anschrift für die Verfasser:
Prof. Dr. med. M. Wenzel
Augenklinik Krankenhaus der Barmherzigen Brüder 54292 Trier,
Nordallee 1

Mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers, Dr. Kaden Verlag