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Ergebnisse der Umfrage 1999Derzeitiger Stand der Katarakt- und refraktiven Chirurgie - Ergebnisse der DGII/BVA-Umfrage 1999 Mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers, Dr. Kaden Verlag M.Wenzel, A. Reuscher (Aachen, Eßlingen) Zusammenfassung:
Die Zahl der Operationen hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen
und hat nach den Zählungen der Industrie, die immer fast alle Hersteller
umfaßt und so sehr verläßliche absolute Zahlen liefert, 1999 bereits die
500.000-Marke deutlich überschritten. Operationszentren 1999 Die Zahl der Ophthalmochirurgen, die sowohl als Belegärzte als auch in einem eigenen Praxis-OP arbeiteten, hat im Vergleich zum Vorjahr (von 18% auf 24% aller Zentren) am meisten zugenommen. In den USA nutzen 41% der operierenden Augenärzte ein OP-Zentrum in einem Krankenhaus, 26% ein eigenes ambulantes OP- Zentrum und 33% beide Institutionen. Somit ist die Verteilung in Deutschland ähnlich der amerikanischen geworden. Zahl der Operationen In den 63 reinen Praxis-OPs wurden 76.878 Katarakte operiert (Median 802 Ops./Jahr, Streubreite: 40 - 4151). In den 67 Praxis-OPs mit Belegabteilung wurden 104.274 Katarakte operiert (Median 1.150 Ops./Jahr, Streubreite 140 - 7.000). In den 81 reinen Belegabteilungen wurden 57.647 Katarakte operiert (Median 400 Ops./Jahr, Streubreite 13 - 5.186). In den 62 Kliniken wurden 93.291 Katarakte operiert (Median 1253 Ops/Jahr, Streubreite 116 - 5.800). 5 Augenärzte haben die Institution nicht angegeben, an der sie operierten und 2 operierten sowohl als angestellter Arzt einer Klinik als auch in einem eigenen Praxis-OP, Von diesen 7 Ophthalmochirurgen wurden zusammen 3.953 Katarakte operiert. Von den in Deutschland operierten Katarakten wurden 23% in einem Praxis-OP durchgeführt, 32% von Augenärzten, die sowohl ei-nen Praxis-OP als auch eine Belegabteilung leiten, 17% in reinen Belegabteilungen und 28% in Kliniken (Abbildung 3). Der mit Abstand größte Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr lag in den kombinierten Praxis-OPs/Belegabteilungen. Zahl der Operateure Die Zahl der operierenden Augenärzte ist in den Zentren sehr unterschiedlich verteilt. Während im reinen Praxis-OP wie auch in der reinen Belegabteilung überwiegend . Einzelkämpfer" tätig sind, operiert in der Praxis mit Belegabteilung meist ein Team aus zwei Operateuren und in den Kliniken meist ein Team aus vier Operateuren. Die Tendenz ist unverändert zum Vorjahr (Abbildung 4).
2% der Operateure hatten eine individuelle Operationsfrequenz von > 2.000/Jahr, 5% eine individuelle Frequenz von > 1.500/Jahr und 17% eine individuelle Frequenz von > 1.000/Jahr. An den jeweils größten Operationszentren (obere 25%) hatte in den Praxis-Op-Zentren jeder Operateur im Median 1125 Katarakte im Jahr operiert, bei den Praxis-OPs mit angeschlossener Belegabteilung 1200 Katarakte, an Belegabteilungen 715 und an Kliniken 750/Jahr (Abbildung 5, nicht verfügbar: Anzahl der mittleren Zahl der Kataraktoperationen (Median), aufgeteilt nach den operativen Zentren (1. Balken) sowie individuelle OP-Frequenz von jeweils 25% der größten Zentren (Median, 2. Balken). In den USA sind 36% "Einzelkämpfer", 51% arbeiten zu zweit oder zu dritt. Ambulante Operationen Über alle Institutionen gemittelt wurden in 37% der Operationszentren
mindestens 80% aller Patienten ambulant operiert, in 58% mindestens 40%
ambulant und in 8% wurden keine ambulante Operationen angeboten. 90% der 63 reinen Praxis-OPs haben in 1999 nur ambulant operiert, 10% haben bis zu 40% ihrer Patienten nach der Operation stationär betreuen können. 36% der 67 Praxis-OPs mit angeschlossener Belegabteilung haben über 80% ihrer Patienten ambulant operiert, 34% haben weniger als 60% der Patienten ambulant behandelt. Diese Zahl ist von großem Interesse, da sie angibt, wieviel Patienten in Deutschland ambulant zu operieren sind, wenn durch das operative Zentrum kein Zwang zur ambulanten oder zur stationären Operation besteht. In 14% der 86 reinen Belegabteilungen wurde nie ambulante Starchirurgie betrieben, in 40% der Abteilungen wurden mindestens 40% der Patienten ambulant betreut. 11% der 64 Kliniken haben im vorigen Jahr nie ambulant den Star operiert, in nur 16% der Kliniken wurden mehr als 40% der Starpatienten ambulant betreut. Im Vergleich zum Vorjahr wurde jetzt auch an Belegabteilungen vermehrt ambulant operiert, nicht so sehr an Kliniken (Abbildung 6).
Anästhesie Im Vergleich zu 1997 hat der Anteil der Augenärzte, die eine Tropfanästhesie bevorzugt haben, von 1% auf 9% zugenommen (Abbildung 7). An 20% der Operationszentren wurden Tropfanästhesien angeboten. Der Anteil der Operateure, die Vollnarkosen (inklusive Maskennarkose zur peribulbären Injektion) bevorzugten, lag mit 10% fast unverändert im Vergleich zu 1997. Mit Abstand die beliebteste Narkosetechnik ist die tiefe Injektion (peri- oder retrobulbär) geblieben. In den USA wird dahingegen schon von über 35% der Augenärzte die Tropfanästhesie bevorzugt, Vollnarkosen gibt es dort kaum [1].
Die Zahl der Operateure, bei denen routinemäßig ein Anästhesist zur Staroperation anwesend war, hat im Vergleich zu 1997 (21%) auf jetzt 57% deutlich zu-genommen, parallel mit der Zunahme der ambulanten Operationszentren. Bei 31% der Zentren war ein Anästhesist im Notfall abrufbar, 12% der Ophthalmochirurgen haben diese Frage nicht beantwortet. Während im niedergelassenen Bereich der Anästhesist meist bei der Staroperation anwesend war, wurden in Kliniken Staroperationen meist ohne die routinemäßige Anwesenheit eines Anästhesisten durchgeführt (Abbildung 8) Linsenmaterial An den meisten Institutionen wurden, wie schon in den letzten Jahren, verschiedene Linsenmaterialien implantiert. Über alle Instittutionen haben nur noch 50% der Operateure PMMA bevorzugt, 34% flexible Acrylate und 16% Silikone (Abbildung 9).
Wie auch in den USA besteht weiterhin der Trend weg von harten hin zu weichen Acryllinsen [1]. Dabei wurden Linsen aus flexiblen Acrylaten oder Silikon bei Operateuren mit großen Fallzahlen häufiger implantiert: Von den Zentren mit wenigstens 2.000 Operationen/Jahr haben nur noch 34% PMMA bevorzugt, 40% flexible Acrylate und 26% Silikon. Seit 1994 liegt der Anteil der Operateure, die Silikon favorisieren, fast konstant bei Werten zwischen 10 und etwa 20%. Während bei Ärzten mit Praxis-OPs in der Frage nach der Standardlinse (> 50%) PMMA und die flexiblen Acryllinsen gleichauf von je 44% bevorzugt worden sind (wobei die . High-Volume-Chirurgen flexible Acrylate bevorzugen), so haben die operierenden Augenärzte mit Praxis und Belegabteilung zu 34% PMMA, zu 33% flexible Acrylate und zu 28% überwiegend (> 50%) Silikonlinsen implantiert. Bei Belegärzten hat PMMA noch knapp die absolute Mehrheit, in Kliniken sogar noch fast eine Zwei Drittel-Mehrheit. Völlig verzichteten inzwischen 11% aller Institutionen auf PMMA. In den USA scheinen sich die Werte leicht zu stabilisieren, wobei flexible Acrylate einen Marktanteil von fast 50% haben, PMMA nur noch 33% und Silikon etwa 22% [1]. Multifokallinsen Die Implantation von multifokalen Linsen hat sich im Vergleich zu 1992 kaum verändert. Mit jetzt 27% hat sich der Anteil der Ärzte, die multifokale Linsen implantieren, zwar verdoppelt. Während jedoch die Implanteure von multifokalen Linsen 1992 im Median 3% ihrer Patienten mit multifokalen Linsen versorgt hatten, so waren es 1999 nur noch 1% der Patienten (Abbildung 10, nicht verfügbar, Anteil der Augenärzte, die 1991 beziehungsweise 1999 multifokale Linsen implantiert haben sowie Anteil der multifokalen Linsen an allen implantierten Linsen) Glaukomchirurgie 80% der Ophthalmochirurgen, die Katarakte operieren, haben 1999 auch Glaukomoperationen vorgenommen. Zusammen wurden 1999 von den Teilnehmern der Umfrage 13.954 Glaukomopera-tionen durchgeführt. Auf 24 Katarakte wurde ein Glaukom operiert. Von Niedergelassenen wurden 6,389 Glaukome operiert, von Operateuren in öffentlichen Kliniken 7,452 (Abbildung 11, nicht verfügbar, Anzahl der Glaukomoperationen, die 1999 von der Umfrage erfaßt worden sind, aufgeteilt nach den operativen Zentren ). Filtrierende Operationen wurden an 59% der operativen Zentren angeboten,
zyklodesktuktive Eingriffe und basale (Messer-)Iridektomien jeweils an
43%, tiefe Sklerektomien von 29%, Tabekulotomien von 20%. Bei den meisten (44%) ist die filtrierende Chirurgie der häufigste Eingriff gegen das Glaukom geblieben. 15% der Augenärzte führen meist tiefe Sklerektomien (Viskokanalostomien) durch, 12% der Operateure bevorzugten basale Iridektomien, 11% zyklodestruktive Eingriffe und 5% Trabekulotomien. Bei 14% ist eine kombinierte Glaukom-Katarakt-Operation der häufigste Eingriff zur Regulation des intraokularen Druckes gewesen. Trabekulotomien und kombinierte Operationen wurden häufiger von Niedergelassenen als in Kliniken durchgeführt, alle anderen Glaukomoperationen wurden überwiegend an Kliniken durchgeführt. An 10% der operativen Zentren wurden im Jahr 1999 mehr als 50 filtrierende
Operationen durchgeführt (> 1/Woche), an 5% der Zentren mehr als 50
tiefe Sklerektomien, an jeweils 4% der Zentren Mehr als 50 kombinierte
Operationen oder 50 Zyklodestruktionen, an 2% mehr als 50 Trabekulotomien
und an 1% der Zentren mehr als 50 basale Iridektomien. Refraktive Chirurgie Refraktive Chirurgie wurde von 124 (44%) aller operativen Zentren angeboten, eine leichte Zunahme im Vergleich zum Vorjahr [5] (Abbildung 13, nicht verfügbar, Anzahl der refraktiven Operationszentren, die 1999 an der Umfrage teilgenommen haben). Fast die Hälfte aller refraktiv-chirurgisch tätigen OP-Zentren sind Praxis-OPs
mit angeschlossener Belegabteilung; an reinen Praxis- OP- Zentren wurden
nur selten refraktive Operationen durchgeführt (Abbildung 14). Im Laufe der letzten 10 Jahre hat sich die Zahl der operativen Zentren,
die refraktive Chirurgie anbieten, verdoppelt. (Abbildung 15, nicht verfügbar,
Entwicklung des Anteils refraktiver Zentren an allen operativen Zentren
1991 - 1999, unterteilt, ob sie ausschließlich ohne Excimer-Laser oder
zumindest teilweise mit einem Excimer-Laser durchgeführt worden sind ).
Nicht jeder refraktive Fehler wurde an jeder refraktiv-chirurgisch tätigen Institution operiert: Während Astigmatismus- oder Myopiechirurgie von 77% beziehungs-weise 67% der refraktiven Zentren angeboten worden sind, so wurden in 32% der Zentren Hyperopien und in 6% die Presbyopie behandelt. Die Excimer-Chirurgie war das häufigste refraktive Operationsverfahren, an 51% der refraktiv-chirurgisch tätigen Institutionen wurde sie angewendet; Keratotomien (überwiegend nur zur Astigmatismuskorrektur) wurden von 48% der refraktiven Zentren angeboten. Von den Excimer-Zentren boten 41% Lasik an, davon 18% ausschließlich LASIK. 1999 noch war LASIK deulich seltener als andere Excimer-Verfahren [5]. 45% der refraktiven Zentren boten eine Extraktion einer klaren Linse zur Myopie- oder Hyperopiekorrektur an, der Wert ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Phake Implantate wurden von 35% der refraktiven Zentren angeboten, wiederum
eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr. Der intrakorneale Ring wurde von
17% der refraktiven Chirurgen implantiert; andere refraktive Verfahren
fanden in 5% der Zentren Anwendung. In den USA ist die Rate der RK auf
etwa 70.000 Eingriffe im Jahr zurückgegangen bei einem Anstieg von LASIK
auf zirka 440.000/Jahr. Die PRK ist dabei leicht auf rund 100,000 Eingriffe/Jahr
zurückgegangen [1]. Anschrift für die Verfasser: Mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers, Dr. Kaden Verlag | ||
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