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Ergebnisse der Umfrage 1996Umfrage von DGII und BVA zur Katarakt- und refraktiven Chirurgie 1996
M. Wenzel (1), Ch. Ohrloff (2), G. Duncker(3) (1) Universitäts-Augenklinik RWTH, Pauwelsstraße 30, 52057 Aachen
An der Umfrage haben Ärzte aus 160 Häusern teilgenommen, an denen zusammen
619 Kollegen Katarakte operieren. Im Median arbeiten an einem Haus 3 Operateure,
die zusammen 1.200 Katarakte im Jahr operieren. Die Teilnehmerquote lag mit fast 30 % nur geringfügig höher als die der vergleichbaren Umfrage in den USA. Um den Fragebogen nicht zu überlasten, werden nicht alle Fragen regelmäßig wiederholt, deshalb sei auch auf unsere bisherigen Berichte verwiesen. 1. Belegärzte - Kliniken Von den 160 Häusern waren 110 (68 %) selbständige Augenkliniken und 50 (32 %) Belegabteilungen oder Praxis-OP's. Die Teilnehmerquote von Augenkliniken hat in den letzten Jahren zugenommen, die von Belegärzten abgenommen. 2. Länder Wie schon in den letzten Jahren, stammt die Mehrzahl der Antworten (83 %) aus Deutschland. 3. Katarakte - Andere Augenoperationen Im vorigen Jahr wurden mit der Umfrage 235.234 Kataraktoperationen und 122.783 andere Augenoperationen erfaßt. Diese „anderen Augenoperationen" wurden überwiegend in Häusern mit „mittleren" Katarakt-Operationszahlen durchgeführt. Zentren mit besonders vielen Kataraktoperationen (>1.800/Jahr) oder mit weniger als 700 Kataraktoperationen haben nur proportional wenige andere Operationen durchgeführt. 4. Häufigkeit der Augenoperationen An 84 % der Häuser waren über 50 % aller Operationen Kataraktoperationen, nur zu 16 % wurden alle anderen Augenoperationen zusammen genommen häufiger durchgeführt als Kataraktoperationen. Die nächsthäufigen Operationen waren 1. andere Vorderabschnittsoperationen, 2. Netzhautoperationen, 3. Lid- und TNW-Operationen und 4. Schieloperationen. Jede dieser Untergruppen stellte im Mittel weniger als 10 % des Operationsspektrums dar. 5. Ausbildung in der Kataraktchirurgie Eine operative Ausbildung in der Starchirugie fand überwiegend an Häusern mit mittleren Operationszahlen statt. Von den 50 Belegärzten gaben 4 (8 %) an, junge Kollegen operativ auszubilden. An 78 der selbständigen Augenkliniken (71 %) wurde operativ ausgebildet. Von den 619 Operateuren waren 161 (26 %) noch in der operativen Ausbildung. An den 82 Ausbildungshäusern gab es zwischen 1-15 Schüler. Überwiegend waren es 1 (49x) oder 2 (18x) Schüler. 6. Ambulante Operationen Ambulante Operationen wurden an 80 % der Institutionen angeboten, meist wurden aber weniger als 50 % aller Stare ambulant operiert. Die Tendenz der letzten Jahre zeigt einen nur langsamen Wechsel zur ambulanten Chirurgie. 7. Lokalanästhesie Eine Lokalanästhesie wurde zu 44 % retrobulbär, zu 35 % peribulbär oder subconjunctival und zu 21 % kombiniert retro-/peri-/s.c. injiziert. 8. Lokalanästhesie, Volumen Retrobulbär wurden Mengen zwischen 1 und 7 ml injiziert, median 4 ml. Peribulbär oder subconjunctival wurde zwischen 1 und 10 ml injiziert, Median 5 ml. 9. Phakoemulsifikation 1996 wurde an 94 % der Häuser die Phakoemulsifikation bevorzugt, eine weitere Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren. Dabei wurde der Chopper zu 17 % regelmäßig und zu weiteren 21 % gelegentlich eingesetzt. 10. Viskoelastika Hyaluronsäure blieb auch 1996 das an den meisten Häusern favorisierte Viskoelastikum. An Häusern mit hohen jährlichen Operationszahlen war jedoch Methylcellulose das meistbenutzte raumtaktische Agenz. 11. Lage des Starschnittes 80 % der Tunnelschnitte lagen oben, 11 % schräg und 9 % temporal. Die Bevorzugung der 12.00 Uhr-Position hat sich in den letzten Jahren kaum geändert. Sie ist auch in den USA die Standardmethode. 12. Durchführung des Starschnittes Zu 71 % wurde ein skleraler Tunnel mit Bindehautpräparation bevorzugt, zu 16 % ein corneoskleraler Tunnel hinter dem Limbus und zu 13 % ein Clear-Cornea-Zugang. Ähnlich sind die Zahlen aus den USA. 13. Linsenmaterial - zeitliche Entwicklung PMMA blieb unverändert an 78 % der Häuser das bevorzugte Linsenmaterial, gefolgt von Silicon an 19 % und anderen Acrylarten mit 3 %. In den USA liegen die Präferenzen ähnlich. 14. Silikonlinsen An Häusern mit hohen Katarakt-Operationszahlen wurden Silikonlinsen zu 34% bevorzugt, an Häusern mit mittleren Operationszahlen wurden sie nur zu unter 10% bevorzugt implantiert. Unabhängig von der jährlichen Operationszahl wurden sie an über 50% der Häuser zumindest vereinzelt getestet und implantiert. 15. Linsenmaterial Während 1996 PMMA-Linsen an 97% der Häuser implantiert worden sind (davon zu 78% überwiegend), so hatten 62% der Kollegen Erfahrung mit der Implantation von Silikonlinsen, 34% Erfahrung mit der Implantation von „Acryl"-Linsen und nur 12% Erfahrung mit der Memory-Linse. 16. Postoperative Kontrollen Auf die Frage: „Wieviele Tage kontrollieren Sie Ihre Patienten täglich nach der Operation?", antworteten 34 % der Kollegen mindestens 1 Tag und 30 % 2 Tage. 17. Refraktive Hornhautchirurgie Refraktive Eingriffe an den Häusern waren meist zur Korrektur des Astigmatismus. Bei steigender Tendenz werden sie an 34 % der Häuser angeboten. 19 % boten refraktive Chirurgie mit dem Excimer-Laser an, der Wert ist zum erstenmal rückläufig gewesen. Pro Haus wurden zwischen 5 und 500 Excimer-Eingriffe durchgeführt, im Median 30 Augen im Jahr behandelt. 18. Refraktive Hornhautchirurgie An der Umfrage hat keine Institution teilgenommen, die nur Excimer-Chirurgie betreibt. Von den Katarakt-Operateuren wurden 1996 1.761 Excimer-Operationen erfaßt. Während sich die Zahl seit 1992 vervierfacht hat, ist die Zahl der Operationen im Vergleich dazu kaum gestiegen und die mittlere Zahl der Eingriffe pro Zentrum hat sich reduziert. | ||
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